Hedda Stausberg   Ärztin für Allgemeinmedizin         Peter Stausberg   Internist
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Gemeinschaftspraxis Stausberg

Erkältet? Tipps aus der Hausapotheke


•  Woher kommt die Erkältung?

•  Die Nase – Schnupfen

•  Der Rachen – O weh, o weh!

•  Die oberen Luftwege und der Reizhusten

Woher kommt die Erkältung?

Sie kommt angeflogen?
Sie kommt angekrochen!
Sie kommt aus dem Nichts.
Kein Wunder, dass Du erkältet bist!
Du hast nicht aufgepasst und Dich angesteckt!
Du hast aufgepasst und Dich trotzdem angesteckt?
Du bist kalt geworden!
Du hast Dich immer warm gehalten und bist doch erkältet?
Du hattest keine Chance.

Egal, wann und wie, die Erkältung ist zu nichts zu gebrauchen.

Vitamin-C-Quelle

Zweifellos müssen 2 Dinge zusammen­kommen, damit ein Erkältungs­infekt ausbricht: Eine aus­reichende Zahl passender Viren und ein passender „Wirt”, also ein Mensch mit einem empfäng­lichen Immun­system. Wann und unter welchen Beding­ungen diese Beiden aber hand­greiflich werden, ist oft noch ein Buch mit sieben Siegeln. Das Schicksal schlägt also zu; die Nase juckt und der Hals kratzt morgens beim Aufwachen. Du ahnst, was auf Dich zukommt. Gibst Du klein bei? Legst Du Dich ins Bett, faltest die Hände und wartest in orienta­lischer Gelas­sen­heit auf das, was Dir vorher­bestimmt ist? Nein! So leicht geben wir uns nicht ge­schlagen. Wir nehmen den Kampf auf, auch wenn es ein Kampf mit un­gleichen Waffen ist – David gegen Goliath: Der Feind verfügt über bohrende Kopf­schmerzen und Glieder­reißen, teilt sowohl unstill­baren Fließ­schnupfen wie atmungs­behindernden Stock­schnupfen aus und schlägt, kaum dass wir meinen, ihn mit Nasen­tropfen geschwächt zu haben, mit einer Nasen­neben­höhlen­entzündung zurück. Wir halten dagegen mit unserer Guerilla­taktik: Da gibt es Wässerchen, Tees, Salben und unge­zählte Pillen, mit denen wir versuchen, unser Wohl­befinden zurück­zu­erlangen. Dieses Waffen­arsenal soll hier durch einige Tipps erweitert werden.

Die Nase – Schnupfen.

Die typische Erkältung beginnt oft mit Hals­schmerzen oder Schnupfen. Die Nase scheint eine besonders beliebte Eintritts­pforte für die Viren zu sein, denn tägliche Nasen­spülungen senken das Risiko für eine Erkältung auf etwa die Hälfte! Wohl­gemerkt tägliche Spülungen vom Herbst bis in das Früh­jahr hinein! Das scheint mit nur etwas für Hart­ge­sottene zu sein; aber auch dann, wenn die Erkältung schon im Anmarsch ist, kann eine Spülung nicht schaden. Wie macht man das? Man bereitet sich einen Kamillen­tee zu, lässt ihn abkühlen, und schnieft den hand­warmen Tee aus der hohlen Hand durch die Nase bis in den Rachen auf. Alternativ kann man natürlich auf eine der handels­üblichen Nasen­duschen benutzen!

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Überhaupt sollte man häufiger unan­ständig die Nase hoch­ziehen, als heftig auszuschneuzen. Das schont die Nebenhöhlen und die Nasen­schleim­haut, die bei einem starken Schnupfen und heftigem Schneuzen auch gerne mal anfängt zu bluten. Übrigens: Was macht man bei Nasen­bluten? Eis­beutel in den Nacken? Aus­bluten lassen? Stopfen rein? Die richtige Antwort ist: Nasen­flügel für mindestens eine, besser zwei Minuten zusammen­drücken. Hört es dann nicht auf zu bluten oder ist die Blutung sehr stark, sollte ein (Hals-Nasen-Ohren-)­Arzt aufge­sucht werden.
Bei ver­stopfter Nase bieten sich ab­schwel­lende Nasen­tropfen oder -sprays an. Diese haben die unange­nehme Neben­wirkung, dass die Nasen­schleim­haut aus­trocknet und nach Abklingen der Wirkung ärger zu­schwillt als zuvor. Das ist weniger ausgeprägt, wenn man sparsam – zum Beispiel nur nachts, wechsel­weise nur in einem Nasen­loch und auch nur für wenige Tage – statt der Mittel für Er­wachsene die geringer konzen­trier­ten Nasen­tropfen für Säuglinge und Klein­kinder verwendet und diese durch Lage­wechsel gut in der Nasen­höhle ver­teilt. Die Wirkung ist zwar nicht so durch­schlagend, aber meist doch zufrieden­stellend, und die Schleim­häute werden geschont. Im Wechsel kann man sie – zum Beispiel tagsüber – mit einer vitamin­haltigen Nasen­salbe pflegen.

Der Rachen – O weh, o weh!

Manchmal ist auch der Hals das Einfalls­tor für den Feind, der sich dann von hier aus in beide Richtungen (in die Nase und in Richtung Bronchien) ausbreitet. Reflex­artig wird dann oft ein langer Schal um den Hals gewickelt; na ja, ver­ständlich, wenn man fröstelt und nach draußen in den Herbst­regen schaut. Ein warmer oder heißer Hals­wickel hilft vielleicht bei Heiser­keit, aber bei akuter Hals­entzün­dung ist eher ein kalter Halswickel angezeigt. Man taucht ein großes Tuch in zimmer­warmes Wasser, drückt es fest aus und legt es um den Hals. Darüber kommt dann der Woll­schal; und wenn der Wickel warm geworden ist, wird die Prozedur noch ein- oder zweimal wieder­holt.

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Hals­schmerzen können wirklich lästig sein. Die Wirkung von betäubenden Lutsch­tabletten oder Sprays hält nur kurz und ist un­be­friedigend. Bei starken Schmerzen hilft eine Tablette Ibuprofen oder Acetyl­salicyl­säure (ASS) besser. Glücklicher­weise dauern die Hals­schmerzen bei einem typischen grippalen Infekt nur kurz – ein oder zwei Tage – an. Bestehen die Schmerzen länger, kommen Fieber und ge­schwollene oder belegte Mandeln hinzu, muss eine Unter­suchung durch­geführt und eventuell ein Anti­biotikum ver­ordnet werden. Zur Linderung der Be­schwerden werden vieler­lei meist pflanz­liche Mittel angeboten. Oft enthalten sie Salbei­extrakt, der entzündungs­hemmend und anti­bakteriell wirkt. Statt der (oder zusätzlich zu den) Lutsch­bonbons kann man auch mit Salbei­tee gurgeln, mehrmals täglich und aus­dauernd; und den Rest des Tee­bechers dann schluck­weise vertilgen. Nebenbei wirkt der Salbei gegen übermäßiges Schwitzen.

Die oberen Luftwege und der Reizhusten

Ein häufiger Beratungs­anlass in der Haus­arzt­praxis ist hart­näckiger Reiz­husten, meist einer Er­kältung folgend. Während die anderen Symptome verschwunden sind, will der Husten nicht weichen. Hierbei wird der Husten­reiz meist im unteren Hals­bereich verspürt. Offen­bar ist die Schleim­haut so empfindlich, dass der „mechanische” Reiz durch die Husten­anfällen ausreicht, die Entzündung zu unter­halten; und nur ganz all­mählich kommt es zu einer Be­ruhigung. In den oberen Luft­wegen wird nicht so viel Schleim gebildet; da kann man noch so viel husten, es kommt doch nichts hoch.
Das heißt: bitte nicht so „hart” husten, das nutzt nichts. Lieber mal vornehm hüsteln. Bei einer Bronchitis (wenn es pfeift und brummt) oder gar Lungen­entzün­dung (Fieber und Luft­hunger) ist das etwas Anderes; da muss der Schleim heraus (und ärztlicher Rat gesucht werden; das gilt auch, wenn der Husten länger als zwei Wochen anhält).

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Was hilft nun gegen den Reiz­husten? Aus der „Natur­apotheke” kommen zuerst Thymian und Efeu­blätter in Frage. Ein guter, be­ruhigender Husten­tee enthält Thymian­kraut, Huf­lattich, Fenchel­früchte und Königs­kerzen­blüten. Davon trinke man drei Becher am Tag mit einem Tee­löffel Bienen­honig pro Tasse (es sei denn, man ist Diabetiker...). Das alte Haus­mittel, die Brust nachts mit einer Erkältungs­salbe einzureiben, die pflanzliche ätherische Öle enthält (Eukalyptusöl), ist etwas in Verges­sen­heit geraten.
Raucher haben jetzt eine gute Gelegen­heit, eine Ent­scheidung zu treffen und das Rauchen aufzu­geben. Wenn regelmäßig morgens Schleim abge­hustet wird und der Husten im Laufe des Tages nachlässt und trocken wird, handelt es sich vielleicht schon um eine chronische Raucher­bronchitis – und mit der ist nicht zu spaßen.